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Wenn ich mal groß bin…

Ich erinnere mich: In den 80ern im Kreise meiner Kusinen spielten wir Flaschendrehen, bei den man vorher Fragen stellte, wie „wer heiratet zuerst?“ und die Flasche war unser Orakel. An das Ergebnis kann ich mich heute nicht genau erinnern, nur dass die Jüngste von uns die erste sein sollte und es stimmte sogar fast. buchstabenemma03

In den Schuljahren schrieb man sich in diverse Freundesbücher die Finger wund, führte über Jahre ein geheimes Diary und träumte bei Musik im Jugendzimmer vor sich hin. Dabei beschäftigte man sich auch damit, wie das Leben in 10 oder 20 Jahren ausschauen könnte.

Es wird Zeit für ein Resümee.

Als ich noch dreikäsehoch war wollte ich unbedingt Prinzessin werden und bestand stur darauf immer nur Röcke und Kleider zu tragen. Scheiß auf Minusgrade, denn wer schön sein will muss leiden – das war damals (aber auch heute) meine Devise, da halfen die Bitten und das Betteln meiner Mama nicht.  Jetzt, mindestens 30 Jahre später bin ich die Prinzessin meines Mannes, zumindest lässt er mich manchmal daran glauben und das reicht mir vollkommen.

Damals träumte ich davon, mit vielen Tieren auf einem Bauernhof zu leben, weil ich schon immer so furchtbar tierlieb war und schleppte zur Freude meiner Eltern gefundenes Getier mit nach Hause. Mein größtes Mitbringsel: Eine junge, kranke und flohbewohnte Katze, die zu meiner großen Trauer nicht lange bleiben durfte. Ein Hund stand eh nie zur Debatte, was habe ich da nur gebettelt! So lebte ich mit unserer Hamsterzucht und dem Meerschweinchen als Kompromiss und gab mich damit zufrieden.

Heute habe ich zwei Katzen, die mich seit 12 und 15 Jahren begleiten. Es sind so treue Seelen! Man, bin ich froh, dass aus dem Bauernhof nichts geworden ist. Oh Gott, ein Bauernhof – das war wirklich mal mein Traum?! buchstabenemma04

Meine Berufsvorstellung.
Zu Anfang meiner Schulzeit wollte ich Lehrerin, Krankenschwester oder Schauspielerin werden. Zumindest erwähnte ich so was mal in dem einen oder anderem Freundebuch. Nichts von alldem ist es geworden, denn in der Wirtschaftsschule entdeckte ich die Magie der Plastiktasten und erklärte das Büro zu meinem zukünftigen Reich. Hach, ich wurde Büroprinzessin.

Mein Privatleben. Mein kleines, trotziges ICH spielte gerne Mama und sorgte sich um die Babypuppen. Hat man mich gefragt, wie viel Kinder ich haben möchte, lautete meine Aussage immer „keine“ und galt als kindlicher Blödsinn, der sich zur Enttäuschung meiner Eltern bewahrheitet hat. Der Zug ist zwar noch nicht ganz abgefahren, aber die Züge in Deutschland fahren sowieso wie sie wollen. Außerdem war Biene Maja meine Heldin und sie hatte auch keine Kinder. buchstabenemma02

Meine kleine Familienoase besteht aus meinem Mann und mir und unseren beiden Katzen. Wir sind glücklich. WIR haben UNS und da existiert keine Leere, die mit einem Kind ausgefüllt werden muss. Ich träumte zu reisen, mochte nie Hausfrau und Mutter spielen, wollte frei von Schulden sein und das Gefühl haben jederzeit die Zelte abbrechen zu können. Ich brauche keine Konstanten wie Kind und Haus, die einzige Alltags-Konstante in meinem Leben soll mein Mann sein. Genauso lebe ich. Frei im Kopf, warm im Herzen und glücklich das Gefühl zu haben sich frei bewegen zu können, falls mir danach sein sollte.

Eure in der Nostalgie schwebende Buchstaben-Emma.

PS. Wie hattet Ihr Euch Euer Leben vor 10, 20 oder 30 Jahren vorgestellt?

8 Comments »

  1. Kinder wollte ich nie ..(höchsten welche adoptieren… „Im Dutzend Billiger“!)..aber dann hab ich mich doch lieber den Tieren zugewandt und ich leben auf dem Lande. (ganz einsam, so wie ich es mit lange gewünscht habe!).
    Mehr als 20 Jahre hab ich einen privaten Gnadenhof gehabt und einen Berufwunsch hatte ich eigentlich nie… (wollte einfach nur glücklich sein und leben) . So hab ich zwar mal was gelernt, aber nicht lange gearbeitet. Überhaupt hab ichs nicht mit geregeltem schon gar nicht bei der Arbeit..
    Nun bin ich alt und ganz zufrieden, was kann man mehr wollen?
    LG, Petra

    • Liebe Petra, wenn man im reifen Alter glücklich und zufrieden ist, dann hat man alles richtig gemacht. 😉 Tiere sind so ehrliche und dankbare Wesen, jede geopferte Minute ist nie verschwendet.
      LG vom Rhein
      Buchstaben-Emma

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